Wenn Service mehr ist als Support: ein Abend, der Perspektiven verändert
Was passiert, wenn sich Service-Verantwortliche aus unterschiedlichsten Branchen in einem Raum treffen – vom Familienunternehmen bis zum Industriekonzern – und offen über ihre Herausforderungen, Ideen und Learnings sprechen?
Die Antwort: Es ist ein iTreffen des Styrian Service Clusters, das inspiriert, verbindet und neue Denkanstöße liefert.
Am 7. Mai 2026 war es wieder so weit. Und schon beim Ankommen wurde klar: Hier geht es nicht um trockene Theorie, sondern um offenen Austausch auf Augenhöhe.
Ein Blick hinter die Kulissen: Service in der Praxis
Den Auftakt machte Judith Stangl-Widmar, Geschäftsführerin der Stangl Reinigungstechnik GmbH, Mitglied im SSC seit 2025. Was folgte, war kein klassischer Unternehmenspitch, sondern eine praxisnahe Reise durch den Alltag eines serviceorientierten Familienunternehmens. Mit beeindruckenden Zahlen – rund 91 % First-Time-Fix-Rate – wurde schnell klar: Service ist hier kein “Add-on”, sondern Herzstück des Geschäfts.
Doch noch spannender als die Zahlen waren die Einblicke dahinter:
- Persönlicher Kundenkontakt als Schlüssel zur Kundenbindung
- Die steigende Nachfrage an Robotik und vernetzten Systemen
- Die Bedeutung einer sauberen Datenbasis als Fundament moderner Services
Die klare Haltung wurde allen von Beginn an vermittelt: Stangl lebt Service, mit starken Werten, hoher Kundenzentrierung und einer Agilität, die gerade im Vergleich zu großen Organisationen frische Perspektiven eröffnet. Für viele Teilnehmer:innen war genau das der Mehrwert: ein neuer Blickwinkel, der zeigt, wie unterschiedlich – und zugleich ähnlich – die Herausforderungen im Service sind.
Veränderung beginnt im Denken – und im Tun
Im zweiten Programmpunkt nahm Bernd Kögler, technischer Ausbildungsleiter der Pankl Racing Systems AG, die Teilnehmer:innen mit auf eine Reise durch moderne Aus- und Weiterbildungskonzepte. Sein zentrales Thema: Wie gelingt Veränderung in Organisationen, gerade in etablierten Strukturen?
Die Antwort kam nicht als theoretisches Modell, sondern in sieben klaren, praxisnahen Schritten: Von Chancen erkennen über Ideen generieren bis hin zu „Quick Wins“ und dem bewussten Feiern von Erfolgen. Besonders hängen blieb eine zentrale Erkenntnis: Veränderung passiert nicht durch perfekte Planung, sondern durch Mut, kleine Schritte zu gehen und dranzubleiben. Oder, wie es im Austausch formuliert wurde: Erfolge sichtbar zu machen und daraus neue Energie zu schöpfen, ist oft der entscheidende Faktor, um Wandel nachhaltig zu verankern.
Ein Impuls, der weit über die Ausbildung hinausgeht und direkt in den (Service-) Alltag übertragen werden kann.
KI im Service: Von der Idee zur Umsetzung
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das Update zum Best Practice Sharing „Hands on – Effizienzsteigerung durch KI im Service“. Willibald Erhart, Chief Digital Officer der Saubermacher Dienstleistungs AG, berichtete, was in den ersten 3 Terminen dieser Eventreihe bereits deutlich wurde: beim Styrian Service Cluster teilen Unternehmen nicht nur Ideen, sondern konkrete Use Cases, Erfahrungswerte und Learnings aus der Praxis. Von KI-gestützten Helpdesks über Wissensmanagement mit Copilot bis hin zu Prozessautomatisierung und eigenen KI-Agenten – die Bandbreite der Themen zeigt, wie vielfältig der Einsatz von KI im Service bereits heute ist.
Das Fazit vieler Teilnehmer:innen: Der große Mehrwert liegt nicht nur in der Technologie selbst, sondern im offenen Austausch darüber was funktioniert, was nicht und wie man gemeinsam schneller vorankommt.
Dies lässt sich auf alle servicerelevanten Themen ausweiten und zeigt, wofür der Styrian Service Cluster steht: für ein starkes Netzwerk, das voneinander lernt. Denn am Ende gilt: Service entsteht nicht im Silo, sondern im Austausch.
Vielen Dank an Judith Stangl-Widmar, Bernd Kögler und Willibald Erhart für die tiefgehenden Insights!





